03 personal broadcasting
William L. Sledd
Im Zusammenhang mit der dritten Etappe unter dem Thema “personal broadcasting”, war die Aufgabe eine Person zu finden, die das Medium Internet in großem Maße gebraucht. Wieviel Informationen gibt jemand, bewußt oder unbewußt, preis. Meine Recherche hat mit der wahllosen User-Suche auf bekannten Plattformen wie: myspace, youtube, studivz und flickr begonnen. Nach mehreren Personen, wo sich nach kurzer Zeit die Spur im Internet verlor, fand ich ihn: “William L. Sledd”. Ein homosexueller Amerikaner. Aufmerksam geworden bin ich auf ihn, durch seine Präsenz bei youtube. Dort veröffentlicht er viele Videos unter dem Thema “Ask a gay man”. Tausende schauen täglich seine Videos, die meist von ihm handeln und seiner Liebe zur Mode. William selbst arbeitet in einem Modeversand-Haus in Paducah/Kentucky, wo er auch aufgewachsen ist und seit 23 Jahren lebt. Erstaunlich ist, dass er erst Anfang 2007 nennenswert in Erscheinung tritt. William steht bei Rankings wie den meisten Besuchern und Empfehlungen ganz weit oben. Trotz seiner vielen Fans und Freunden auf den Plattformen, gibt es zahlreiche Leute, die sein Auftreten eher negativ bewerten. So auch die Konsequenz zu einem Artikel bei wikipedia. Einige seiner “Nichtgönner” löschten den Artikel mit nachträglicher Videobotschaft bei youtube. Schon im Oktober 2006 mußte er eine große Enttäuschung wegstecken. Hacker knackten seinen Accound und löschten alle veröffentlichen Video´s, sowie Bilder. Doch davon ließ sich William nicht einschüchtern, erneuerte seine myspace-Seite und machte mit weiteren Internetauftritten auf sich aufmerksam. Er selbst ist eine Frohnatur und stellt dies auch gern zu schau.
Auf seiner Internetseite betreibt er einen Fashion Blog, wo er häufig neue Bilder postet, mit Kleidung die seiner Meinung nach voll im Trend sind. Zudem gibt es viele Informationen zu seiner Person, seinen Aktivitäten und Links zu anderen Auftritten im Netz. Hier findet man aber nicht nur Statements zur Mode, sondern kann ihn direkt auf einer seiner drei(!!!) Mail-Adressen kontaktieren und um Rat fragen.
Da er sich selbst als “Fashion victim” bezeichnet, ist es nicht verwunderlich, dass er ein eigenes Label gegründet hat. Unter dem Synonym sleddhead findet man von ihm mitgestaltete T-Shirts, die neben seinem persönlichen Icon auch noch andere Motive aufweisen. Den Profit aus dem Verkauf steckt er sich jedoch nicht komplett in die eigene Tasche, sondern kommt zu einem geringen Teil dem Tierschutz zu gute.
Entstanden ist sein Label durch eine Begegnung mit einem User bei myspace. Daraus entwickelte sich eine Freundschaft, die sie selber als “Hawt” bezeichnen. Gesponsored von mondonation entstanden somit T-Shirts, die William´s Äußeres darstellen und kurze, aber prägnante Botschaften vermitteln sollen. Die Idee dahinter ist denkbar einfach. Meinungen und persönliche Aussagen werden auf ein Kleidungsstück gedruckt und sollen andere Leute aufmerksam machen, schockieren oder zum Lachen bringen.
Sein neuer Accound bei youtube umfasst mittlerweile 35 Videos und es werden wöchentlich mehr. Die Meisten dreht er bei sich zu Haus und filmt sich selbst beim Kommentieren von Modetrends und absoluten “no-go´s”. Sein missionarischer Eifer reicht soweit, dass er Leute beim Einkaufen mit versteckter Kamera filmt und die schlechten Anziehgewohnheiten der Bevölkerung aufdeckt. Seine Freundesliste wird ebenso stetig länger und länger. Auf Reisen, wie zu seinem Lieblingsort New York, versucht er sich mit den Usern zu treffen und postet relevante Informationen dazu vorher auf seinem Blog.
Im Moment hat William L. Sledd eine weitere Initiative ergriffen um für einen guten Zweck etwas Geld aufzutreiben. Sein Overall aus einem Videodreh und ein T-Shirt aus der Sleddhead-Kollektion sollen bei ebay versteigert werden. Das aktuelle Gebot liegt bei weit über 600$ und wird sicher noch weiter steigen.
Wie erwähnt gibt es seinen Artikel bei wikipedia nicht mehr. Der einzige Hinweis auf die frühere Existens läßt sich auf der Seite answers.com nachlesen, die ihre Informationen von wikipedia beziehen. Weiterhin findet man viel zu seiner Person und der Zeit vor dem Video bloggen.
Suze Yalof Schwartz, eine bekannte Moderedakteurin des Magazins Glamour , war so überzeugt und begeistert von dem Vorhaben Sledd´s, dass sie auf ihrem Blog über ihn berichtete. Diese Dinge motivieren ihn mehr und mehr weitere Videos zu drehen und auf sich aufmerksam zu machen.
Ein weiterer Artikel wurde sogar in der LA Times, unter dem Titel “Before you wear that, he´s got a few words”, veröffentlicht.